3. Fellhaar

Generell werden in dieser Position alle das Fellhaar der Rassekaninchen betreffenden Kriterien berücksichtigt; dies sind insbesondere folgende vier Faktoren:

a) die Länge der Behaarung, gemessen an der Länge des Deckhaars und bezogen auf die rassespezifischen Anforderungen,

b) die Dichte der Behaarung, vornehmlich gemessen an der Dichte der Unterhaare und ebenfalls bezogen auf die rassespezifischen Anforderungen,

c) die Struktur der Behaarung, bezogen auf das jeder Rasse eigene Zusammenspiel von Grannenhaar, Deckhaar und Unterhaar,

d) der Reifezustand der Behaarung, bezogen auf den regelmäßigen, jahreszeitlich bedingten Haarwechsel.

Hinweis: Der Zustand der Fellhaut — Festigkeit, Verbundenheit mit dem Rumpf, Vernarbungen usw. — wird in Position 1 bewertet.

Bei den Tieren der vier Gruppen sind die Beschaffenheit und die Struktur der Behaarung verschieden, aber auch innerhalb jeder Gruppe gibt es deutliche rassespezifische Unterschiede vor allem hinsichtlich der Länge und Struktur, die jeweils in der Standardbeschreibung der Rassen berücksichtigt werden. Dessen ungeachtet ist bei allen Rassen grundsätzlich eine dichte Behaarung anzustreben. Ebenso sollen die Ohren bei allen Rassen gut und dicht behaart sein.

Im Übrigen gelten für die Beurteilung des Fellhaars die jeder Rasse eigenen und ihrer Eigenart entsprechenden Forderungen. Im Allgemeinen ist folgendes für die Beurteilung der Fellbehaarung zu beachten:

1. Normalhaarrassen

Der Hauptwert des Normalhaarfells besteht in der Dichte der sehr feinen und "wolligen" Unterhaare. Die Dichte des Unterhaars ist abhängig von der Haaranzahl je Quadratzentimeter. Dichte und Struktur sind weiterhin abhängig von der Anzahl der Deckhaare je Quadratzentimeter sowie von ihrer Stärke und Elastizität.

Das Deckhaar überragt das Unterhaar; es soll über den ganzen Körper gleichmäßig verteilt sein. Es fehlt im Nackenkeil. Einen wesentlichen Einfluss auf die Struktur der Behaarung hat weiterhin das Grannenhaar, welches das Deckhaar überragt. Bezüglich der Verteilung, der Länge, des überstands und der Stärke des Grannenhaars können die Anforderungen bei einzelnen Normalhaarrassen sehr unterschiedlich sein.

Eine "dichtwollig" erscheinende Behaarung mit guter Struktur wird sich nicht schlagartig in die ursprüngliche Lage zurücklegen, wenn man mit der Hand gegen das Haar streicht. Eine Behaarung mit dichtem Unterhaar, kräftig entwickeltem Deckhaar und guter Begrannung fühlt sich voll an, ist vollgriffig; ein wertvolles Fellhaar "arbeitet" und kehrt nach dem Gegenstrich langsam in die Ausgangslage zurück.

Für die Anforderung an die Haarlänge ist das Deckhaar entscheidend; die Länge wird nicht gemessen, sondern geschätzt. Zwischen der Fellhaarlänge der einzelnen Normalhaarrassen und der Körpermasse gibt es generell einen direkten

Zusammenhang, jedoch sind rassespezifische Abweichungen zu beachten, die im Einzelfall beschrieben werden.

Die Haararten werden nach folgenden Merkmalen beurteilt:

a) Unterhaar

Für die Gesamtbeurteilung des Fellhaars ist in jedem Falle die Dichte des Unterhaars ausschlaggebend. Diese Anforderung gilt für jede Normalhaarrasse. Die Qualität der Unterhaardichte wird dadurch festgestellt, dass man mit voll aufgesetzter, flacher Hand kräftig gegen das Haar streicht. Dabei hat das Auge die Hand zu unterstützen. Bei einem dichten Fellhaar wird der Haarboden nur wenig sichtbar. Da es auch Behaarungen mit schwacher Fellhaarstruktur gibt, deren Fellhaar also trotz geringer Dichte ihre ursprüngliche Lage nur langsam wieder einnehmen, verdient das Unterhaar besondere Beachtung. Die Fellhaarqualität der im Haarwechsel (Haarung) befindlichen Tiere ist, sofern diese nicht sehr stark haaren, an jenen Stellen zu beurteilen, die von der Haarung entweder noch nicht erfasst sind oder an denen sich neues Fellhaar bereits gebildet hat.

b) Deckhaar

Das Deckhaar einer jeden Normalhaarrasse soll gleichmäßig sein. Es sei weder zu grob noch zu fein bzw. zu weich. Zu feines Deckhaar ist weniger erwünscht als etwas grobes Deckhaar. Bei der Bewertung des Deckhaars ist lediglich die Haarbeschaffenheit, nicht die Haarfarbe zu beurteilen. Der Glanz des Fellhaars wird durch das Deck- und Grannenhaar bewirkt und ist ebenfalls in der entsprechenden Farbposition mit zu bewerten.

c) Grannenhaar

Die Beschaffenheit des Grannenhaars ist mit entscheidend für eine gute Haarstruktur entsprechend den diesbezüglichen Anforderungen bei den einzelnen Normalhaarrassen. Deutlich überstehende Grannenhaare sind bei einigen Rassen erwünscht, bei anderen sind überstehende, grobe Haarspitzen verpönt. Bündelweise beisammenstehende Grannenhaare machen den Reiz der einen Rasse aus, bei der anderen sei die Begrannung fein und gleichmäßig. Wegen dieser starken Unterschiede sind die Anforderungen bei den einzelnen Rassen genau zu beachten.

 

Züruck